Amazon Echo: Der Datenschutz wird es bei Alexa schwer haben !

Echo & Echo dot und der Datenschutz !

Echo & Echo dot und der Datenschutz !

Der Datenschutz ist es sehr wichtige Grundlage für uns. Jedem Datenschützer wird wohl schon bei dem Gedanken an den Amazon Echo bzw. Alexa die Haare zu Berge stehen. Aber ist das Problem wirklich so gravierend? Geben wir mit unserem Echo wirklich so viele Dinge an Amazon preis? Ist es von uns leichtfertig, dass wir uns eine Wanze mit Namen Alexa ins Wohnzimmer holen?

Themen des Artikels:

Was bedeutet genau Datenschutz?

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der Begriff Datenschutz entstanden. Leider ist es aber so, dass dieser unterschiedlich verstanden wird. Datenschutz soll ein Schutz vor missbräuchlicher Verwendung der persönlichen Daten sein. Jeder soll ein Recht auf Selbstbestimmung der eigenen Daten haben. Die Privatsphäre soll dadurch geschützt werden. Wir sind allerdings schon auf dem besten Weg zum gläsernen Menschen zu werden. Unser Bundesdatenschutzgesetz beinhaltet das so genannte Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt. Das bedeutet, dass die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von personenbezogenen Daten verboten ist. Ausnahmen gibt es nur durch eine Rechtsgrundlage, wenn ein Gesetz die Datenverarbeitung erlaubt oder wenn die betroffene Person der Erhebung zustimmt

Ein Bewusstsein für Spuren im Netz entwickeln

Um ehrlich zu sein, gehen mir viele Datenschützer und auch Artikel zum Thema ziemlich auf den Zeiger. Viele mahnende Worte habe ich selber auch erleben dürfen, als ich den Echo im Freundeskreis vorgeführt habe. Aber genau diese Personen nutzen täglich Facebook und Google. Aber ja, bei den Firmen gibt es natürlich kein Problem mit unseren Daten. Ich denke wir sollten keine Angst vor neuer Technik haben, sondern ein Bewusstsein für unsere digitalen Spuren im Netz haben. Ohne unsere Daten würde es Dienste wie Google Mail oder Youtube nicht kostenlos geben können. Die Server können nur durch die Nutzung unserer Daten bezahlt werden. Wir stimmen also immer der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung unserer Daten zu, wenn wir Dienste wie Google, Amazon, Apple, Youtube, Facebook und Co nutzen.

Warum haben Datenschützer ein Problem mit Alexa?

Die künstliche Intelligenz ist nicht das Problem der Datenschützer. Das Problem liegt an der Technik, welche Amazon nutzt. Wenn wir mit unserem Echo sprechen, werden die Daten an das Amazon Rechnenzentrum weitergeleitet. Die Antwort für unseren Echo kommt von Amazon. Die künstliche Intelligenz ist also in einer Art Cloud gelagert. Somit funktioniert die Technik auch nur mit einer dauerhaften Internetverbindung. Genau das ist auch das Problem der Datenschützer. Welche Daten werden an Amazon gesendet und sind all diese Daten auch sicher? Was macht Amazon mit den Daten? Wer kann noch auf die Daten zugreifen? Sind die Daten verschlüsselt? Speichert Amazon die Daten? Überträgt der Echo wirklich alle Daten an Amazon?

Big Brother is watching you“ kann man dazu nur sagen. Die Datenschützer haben natürlich absolut recht. Viele Dinge sind von Amazon nur wenig erklärt. Allerdings ist es aktuell so, dass für eine Übertragung erst das Aktivierungswort genannt werden muss. Erst nach der Aktivierung sendet der Echo die Daten an einen Amazonserver. Niemand hat bisher behauptet oder bestätigt, dass Amazon die Daten wirklich aufzeichnet oder schlimmer noch an Dritte weitergibt. Allerdings ist es technisch und rechtlich wohl möglich. Theoretisch kann der Echo auch alle Gespräche im Wohnzimmer aufzeichnen und an die Amazon Server senden. Das mach das Gerät laut Amazon aber nicht.

Jetzt kommt ein weiterer Schock für viele Leser. Amazon weiß auch ohne den Echo und ohne Alexa sehr viel über seine Kunden. Wer also Angst vor Amazon hat, der darf dort nicht mehr bestellen.
Somit muss man einräumen, dass die Assistenten nur ein Werkzeug sind, welche auf die Daten zugreifen die Amazon ohnehin schon hat. Durch die Nutzung von Alexa werden die Daten natürlich weiterhin gesammelt und verarbeitet. Das muss Amazon schon machen, damit Alexa dazulernen kann. Bei der täglichen Nutzung fällt immer wieder auf, dass nicht alle Fragen erkannt werden oder es gar keine Antwort auf meine Frage gibt.

Wie funktioniert die Datenübertragung des Echo an den Alexa Voice Service (AVS)?

Die Echo Geräte warten auf das Aktivierungswort, welches standardmäßig „Alexa“ lautet. Erkennen die 7 Mikrofon das Aktivierungswort, nimmt der Audiostream bereits einen Sekundenbruchteil vor Äußerung des Aktivierungswortes auf und endet, sobald die Frage bzw. Aufforderung bearbeitet wurde. Muss der Echo denn immer mithören? Ja er muss. Das Gerät ist mit einem Menschen vergleichbar. Wir haben unsere Ohren in unserem Unterbewusstsein auch immer auf Empfang, denn es kann ja sein das unser Name gerufen wird. Genau nach diesem Prinzip funktioniert auch der Echo. Das Gerät zeichnet kurzzeitig in Sekunden auf uns löscht sofort wieder, es sei denn das Aktivierungswort wurde erkannt.

Amazon speichert im Übrigen alle Sprachbefehle dauerhaft in der Cloud. Die Daten lassen sich im Nutzerprofil auf der Amazon Homepage im Bereich Devices/Geräte löschen. Allerdings führt das löschen zu einer schlechteren Spracherkennung, da Alexa dazu lernt.

Muss ich meinen Besuch auf die Wanze „Echo“ hinweisen?

Das wäre ja ein sehr interessantes Szenario. Ihr steht vor Eurer Eingangstüre, begrüßt Euren Besuch und lasst Euch erst einmal eine Datenschutzvereinbarung unterschreiben, dass Euer Echo die Stimme Eures Besuches aufnehmen und an die Amazon Server senden darf. Ich habe keine Ahnung ob Ihr das wirklich müsst…. Denkt einfach mal drüber nach….

Kann man das dauerhafte mithören des Echo unterbinden?

Der Amazon Echo hat sieben Mikrofone und hört immer mit, denn er wartet auf das Zauberwort bzw. Aktivierungswort. Erst wenn wir „Alexa“ sagen, sehen wir bei unserem Echo-Lautsprecher einen blauen Ring kreisen und das Gerät wartet auf unseren Befehl. Dieser Befehl wird dann in Amazon Rechenzentrum gesendet und von dort kommt eine Antwort. Somit hört der Lautsprecher die ganze Zeit zu und wartet auf seinen Einsatz.

Nur durch einen kleinen Trick ist diese Funktion zu umgehen. Wenn Ihr eine Sprachfernbedienung habt, könnt Ihr den Echo bzw. auch den Echo dot komplett abschalten und die Mikrofone deaktivieren. Das funktioniert, indem Ihr die Mikrofontaste oben auf dem jeweiligen Gerät betätigt. Ihr könnt an der Taste selber erkennen ob es geklappt hat. Denn nur wenn sich die Mikrofontaste rot einfärbt, ist das Mikrofon ausgeschaltet. Wenn das Mikrofon ausgeschaltet ist, reagiert das Gerät so lange weder auf das Aktivierungswort noch auf die Aktionstaste, bis Ihr dass Mikrofon durch erneutes Betätigen der Mikrofontaste wieder anschaltet.

Somit habt Ihr in diesem Momentan die Wanze im Wohnzimmer ausgeschaltet. Durch die Sprachfernbedienung können trotzdem alle Befehle gesprochen werden. Die Sprachfernbedienung hat keine Mikrofone, welche immer mithören. Um die Fernbedienung per Sprachsteuer zu nutzen, müsst Ihr die entsprechende Taste drücken. Erst dann werden die Sprachbefehle an den Echo weitergeleitet.

Wie könnte Amazon das Thema Datenschutz der Echo Geräte verbessern?

Ich habe keine Ahnung ob das technisch ein Problem für Amazon darstellt, aber vielleicht wäre es sinnvoll die Datenaufzeichnung nur im Gerät selber vorzunehmen. Dazu müsste sich allerdings eine Art Grundgerüst der künstlichen Intelligenz Alexa im Gerät selber befinden und nicht komplett in der Cloud. Nur für Befehle die das Grundgerüst nicht kennt, werden an die Cloud weitergeleitet. Der Echo müsste dann dazulernen und die Frage bei nächsten mal ohne die Cloud beantworten können. Aber ob dadurch das Thema Datenschutz wirklich verbessert wird, kann ich nicht sagen. Denn der Echo wird auch weiterhin Daten an die Amazon Server senden. Die künstliche Intelligenz Alexa kann nur durch neue Daten hinzulernen.

Unser Fazit zum Thema Datenschutz bei der Echo Familie

Ich habe jetzt sehr viel zum Thema Datenschutz geschrieben und kann nur einen großen Tipp geben. Mit dem Kauf oder Nutzung des Service stimmt man den AGB und damit der Datenschutzerklärung von Amazon zu! Wer ein Problem mit der Weitergabe der Daten an Amazon hat, der sollte sich keinen Echo oder Echo dot kaufen. Nur so lässt sich das Problem einfach lösen. Aber sich einen Echo kaufen und dann über Datenschutz meckern, das geht nicht. Man kann im Normalfall auch nicht neben einer Schule ein Haus bauen und sich dann über den Kinderlärm beschweren.

Eine 100 prozentige Sicherheit wird es bei Daten im Internet nicht geben. Mein letzter Hinweis noch an Euch, wer ein Smartphone mit Siri bei Applegeräten oder die Google Spracherkennung bei Android Geräten nutzt, der hat vielleicht auch ein Datenschutzproblem…

1 Kommentar

  1. Ralf Meschke

    Betreff dem Aufzeichnen des gesprochenen Wortes und der Einwilligung an der Wohnungstür:

    https://dejure.org/gesetze/StGB/201.html

    § 201
    Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
    (1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer unbefugt
    1. das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder
    2. eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.
    (2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt
    1. das nicht zu seiner Kenntnis bestimmte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen mit einem Abhörgerät abhört oder
    2. das nach Absatz 1 Nr. 1 aufgenommene oder nach Absatz 2 Nr. 1 abgehörte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen im Wortlaut oder seinem wesentlichen Inhalt nach öffentlich mitteilt.
    Die Tat nach Satz 1 Nr. 2 ist nur strafbar, wenn die öffentliche Mitteilung geeignet ist, berechtigte Interessen eines anderen zu beeinträchtigen. Sie ist nicht rechtswidrig, wenn die öffentliche Mitteilung zur Wahrnehmung überragender öffentlicher Interessen gemacht wird.
    (3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer als Amtsträger oder als für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter die Vertraulichkeit des Wortes verletzt (Absätze 1 und 2).
    (4) Der Versuch ist strafbar.
    (5) Die Tonträger und Abhörgeräte, die der Täter oder Teilnehmer verwendet hat, können eingezogen werden. § 74a ist anzuwenden.

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